Corona-Alltag einer blinden Person

Die Corona-Krise beschäftigt momentan alle, natürlich auch die Blinden. Wie sieht der Alltag einer blinden Person eigentlich aus, jetzt nach dem Homeoffice? Ich möchte euch in diesem Beitrag von meinen eigenen Erfahrungen berichten.

Ich absolviere aktuell eine blindentechnische Grundausbildung im Sehförderzentrum in Berlin. Die Einrichtung musste natürlich auch geschlossen werden, da kein Hygiene-Konzept vorhanden war. Elf Wochen Homeoffice hieß es dann für uns. Am 28.05.2020 konnte das SFZ wieder öffnen.

Mein jetziger Alltag im SFZ – mit Hygienevorschriften

Am besagten Tag gab es von den Lehrern eine sogenannte Unterweisung, an welche Hygienevorschriften wir uns nun halten müssen. Fröhlich pfeifend durch den Flur? Geht nicht mehr, denn im Flur müssen wir Masken tragen, da man sich natürlich unmittelbar begegnen kann – ohne Abstand. Außerdem ist der Mundschutz Pflicht, wenn ein Lehrer nahe kommen muss, weil er was am PC erklärt oder repariert. Zudem haben wir im Unterrichtsraum Desinfektionsmittel. Denn man sollte natürlich die Hände wenigstens desinfizieren, bevor man Tastatur und Braillezeile berührt. Ansonsten ist natürlich auch im SFZ 30 Sekunden lang Hände waschen angesagt. Die Lehrer sehen das zum Glück nicht so streng, wenn jemand länger Pause braucht, weil er oder sie noch Hände waschen muss, ist das kein Problem.

Ich erlebe es leider sehr oft, dass das Desinfektionsmittel oder die Seife ganz woanders steht, selbst das auf meinem Arbeitsplatz. Ich würde jedem blinden empfehlen: Achtet gut darauf, dass ihr die nötigen Mittel auch schnell wiederfindet, am besten, indem ihr euer eigenes Desinfektionsmittel mitbringt.

Fazit

Corona hat sehr viel verändert, auch im SFZ in Berlin. Alles ist erst mal neu und man muss sich erst einmal daran gewöhnen. Aber nach einiger Zeit hat sich mit Sicherheit alles einigermaßen eingespielt. Ich persönlich finde es teilweise ätzend, aber der Schutz steht natürlich an erster Stelle.

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